Exchange Server Migration – was ist zu beachten?

Karibu

Woran denkt ein Serveradministrator, wenn er das Wort Migration hört? An eine Karibuherde, die auf der Suche nach Futter, ihr Weidegebiet wechselt? Eher nicht. Zu 99% denkt er an Exchange Server.

Exchange Server ist eines der wichtigsten (wenn nicht das wichtigste) Systeme im heutigen Unternehmen. Das Versenden und Empfangen von E-Mails und die Collaboration, gestützt auf öffentliche Ordner, wären schlichtweg unmöglich ohne Exchange. Dies ist auch der Grund, weshalb „never change a runnig system“ für den einen oder anderen Admin quasi das oberste Gebot ist.

Denn; wenn einer behauptet, eine Migration sei nichts mehr als ein Verschieben von Postfächern von einem Server auf den anderen, der irrt. Die integrierten Microsoft-Tools machen den Prozess sehr komplex und vielschichtig. Bei einer Migration von Exchange 2003 auf Exchange 2010 sind mehrere Schritte erforderlich, und jeder von ihnen ist schon ein Prozess für sich:

  • Aktivierung des Exchange Native Mode für Ihre Exchange-Umgebung
  • Falls noch nicht erfolgt – Installation des SP2 auf allen Rechnern mit Exchange 2003
  • Anpassung des Funktionslevels von AD-Forest/Domäne für Windows Server 2003
  • Installation von Windows Server 2008 R2 x64 auf dem Rechner, wo Exchange 2010 laufen soll
  • Installation aller nötigen Elemente (z.B. LDIFDE-Tools für Schema-Upgrade)
  • Setup von Exchange 2010 und Upgrade des Schemas. Vorbereitung von Forest und Domänen
  • Installation der CAS-Serverrolle
  • Übertragung des Traffics von OWA, ActiveSync etc. auf den neuen CAS-Server
  • Installation der Hub Transport-Rolle
  • Umleitung des gesamten Mail-Traffics auf den neuen Hub Transport
  • Installation der Serverrollen für die Postfächer und Konfiguration der Datenbank
  • Vorbereitung der Struktur der öffentlichen Ordner unter Exchange 2010 zwecks Übertragung der aktuellen Struktur von Exchange 2003
  • Verschiebung der Postfächer nach Exchange 2010 mit Hilfe der PowerShell
  • Festlegung von Exchange 2010 als Basis des Offline-Adressbuches
  • Festlegung von Exchange 2010 als Basis der öffentlichen Ordner
  • Verschiebung der öffentlichen Ordner nach Exchange 2010

Und das ist noch lange nicht alles. Der Administrator muss entscheiden, wie lange Exchange 2003 als Backup-Struktur aktiv bleiben soll, für den Fall dass das System abstürzt. Wie und wann soll Exchange Server 2003 außer Betrieb genommen werden? Was soll mit den 2003-Datenbank-Backups geschehen?

Bei einer Migration zwischen zwei Forests ist das Ganze noch viel aufwändiger, da die beiden Strukturen in Trust-Relation zueinander stehen müssen, was nicht immer möglich ist. Andernfalls müssen die Postfächer als Rohdaten exportiert und importiert werden. Desweiteren unterstützt das Export-Tool keine öffentlichen Ordner, sodass sie via PST zwischen den Outlooks verschoben werden müssen. Auch die Berechtigungen, festgelegt unter Exchange 2003, gehen bei dem Prozess verloren.

Ein Wechsel von Exchange 2003 zu Exchange Server 2013 verschlingt noch mehr Zeit und Ressourcen. Der Vorgang erfolgt nämlich in zwei Schritten – man migriert die Postfächer zunächst von Exchange 2003 nach 2010 und erst dann von 2010 nach 2013. In Anbetracht der obigen Liste und aller Risiken, die aus solch einem komplexen Prozess resultieren können, träumt manch einer sicherlich davon, selber in eine sichere Ecke “auszuwandern”, frei von PCs und dem ganzen Exchange-Gedöns.

Eine Abhilfe sind Lösungen von Drittanbietern; sie verkürzen den Migrationsprozess, reduzieren das Absturzrisiko und eliminieren den Zwischenstopp auf Exchange 2010. CodeTwo Exchange Migration verschiebt die Postfächer und die öffentlichen Ordner zwischen zwei verschiedenen Versionen von MS Exchange, Cross-Forest und Cross-Domain. Auch ein nahtloser Übergang von Exchange Server nach Office 365 ist problemlos möglich – CodeTwo Office 365 Migration verschiebt die Postfächer in die Cloud einschl. der darin befindlichen Elemente.

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