Wie migriert man Exchange 2010 direkt zu Office 365?

Wie unterscheidet sich die Migration von Exchange 2010 zu Office 365 von anderen Szenarien? Erstens gab es vor Exchange 2010 keine Möglichkeit, mit Office 365 eine Hybridumgebung zu erstellen. Außerdem ist Exchange 2010 einer der populärsten Quellserver. Für Unternehmen, die neuere Serverversionen haben, für die der Support immer noch verfügbar ist, wäre es vielleicht nicht so sinnvoll jetzt auf die Cloud zu wechseln, besonders gleich nach der neuen Freigabe von Exchange. Schließlich müssen bei der Migration von Exchange 2010 nach Office 365 einige zusätzliche Schritte ausgeführt werden.

Migration von Exchange 2010 zu Office 365

Dieser Artikel enthält eine kurze Anleitung zur Migration von Exchange 2010 nach Office 365, in der gezeigt wird, wie man diese Reise plant und einfacher macht.

Native Migration von Exchange 2010 zu Office 365

Exchange 2010 ist der älteste Postfachserver von Microsoft, der sich für eine Hybridbereitstellung eignet. Das sind gute Nachrichten. Mit einer Hybrid-Migration können Sie den lokalen und den Cloud-Exchange in einer Umgebung zusammenführen. Angesichts des Endes des Lebenszyklus von Exchange 2010 wäre es jedoch vieleicht besser, nach alternativen Migrationsplänen zu suchen. Um den Einstieg in die Cloud leichter zu machen, können Sie ein dediziertes Tool verwenden – Office 365 Mail Migration Advisor. Der Advisor ist ein Tool, der Ihnen Fragen stellt und einen Plan für die Migration von Exchange zu Office 365 generiert. Es enthält die meisten gängigen Migrationsszenarien. Beachten Sie, dass dieses Tool in erster Linie für Single-Forest- und -Domain-Umgebungen gedacht ist. Wenn Sie über eine kompliziertere Bereitstellung verfügen, bereiten Sie sich auf einige Rätselraten vor.

Es gibt drei systemeigene Methoden, mit denen Sie Ihr Unternehmen von Exchange 2010 zu Office 365 bringen können:

  • Cutover-Migration, die direkteste Option. Man könnte sagen, sie schneidet Postfächer vom Quellserver ab und fügt sie in die Zielumgebung ein.
  • Hybridbereitstellung, wo Exchange 2010 und Office 365 koexistieren können.
  • PST-Import – der manuelle Ansatz.

Cutover-Migration von Exchange 2010 zu Office 365

Die Cutover-Migration besteht darin, die Benutzer von dem Quellserver zu nehmen und sie in Office 365 einzufügen. Kling einfach, oder? Dazu gehört jedoch vieles mehr. In einem anderen Artikel finden Sie einen detaillierten Plan für Cutover-Migration. Im Folgenden sehen Sie einige Schritte, die Sie ausführen müssen, bevor Sie Postfächer von Exchange 2010 nach Office 365 migrieren.

Zunächst müssen Sie Ihre Umgebung vorbereiten. Die Vorbereitung und Planung kosten möglicherweise weniger Zeit als die eigentliche Migration, erfordern jedoch noch viel Aufmerksamkeit. Im Folgenden finden Sie eine kurze Aufgabenliste für Ihre Cutover-Migration.

  • Aktualisieren Sie Ihren Exchange 2010-Server auf SP3. Es ist zwar nicht obligatorisch, wird jedoch bestens empfohlen.
  • Bevor Sie die Cutover-Migration durchführen, sollten Sie die Directory Synchronization und Unified Messaging deaktivieren, sofern diese aktiv sind.
  • Aktivieren und konfigurieren Sie Outlook Anywhere. In den neuesten Exchange Server-Versionen erfolgt dies standardmäßig. In Exchange 2010 müssen Sie diesen Schritt jedoch selbst ausführen. Um Outlook Anywhere erfolgreich zu konfigurieren, müssen Sie ein vertrauenswürdiges SSL-Zertifikat und die RPC-über-HTTP-Komponente auf Ihrem Server installieren. Sie können testen, ob die Konfiguration erfolgreich war, indem Sie von außerhalb Ihres Netzwerks eine Verbindung zu Exchange 2010 herstellen. Dies wird automatisch beim Herstellen der Verbindung zwischen Office 365 und Exchange 2010 getestet. Durch den manuellen Test können Sie sich jedoch später einige Probleme ersparen.
  • Weisen Sie Berechtigungen zu. Sie müssen dem für die Migration verwendeten Konto bestimmte Berechtigungen zuweisen. Es ist üblich, ein dediziertes Benutzerkonto für die Migration zu verwenden, dem nur das Minimum der erforderlichen Berechtigungen zugewiesen wird. Die notwendigen Berechtigungen sind ApplicationImpersonation und View-Only Configuration für Exchange Server und Office 365. Darüber hinaus erfordert die Office 365-Zielumgebung die Rollen View-Only Recipients und User Management Administrator, wenn sie auch für die erneute Erstellung von Benutzern in Exchange Online zuständig ist.
  • Erstellen Sie eine E-Mail-aktivierte Sicherheitsgruppe in Office 365. Andernfalls kann der Migrationsdienst keine migrierten Gruppen als Sicherheitsgruppen in Office 365 bereitstellen.
  • Überprüfen Sie Ihre Domäne in Office 365. Dazu müssen Sie einen TXT-Eintrag in Ihrer DNS-Zone hinzufügen.
  • Verwenden Sie das Exchange Admin Center, um einen Migrationsendpunkt zu erstellen. Der Endpunkt enthält alle Informationen, die zum Verbinden Ihres Exchange 2010-Servers mit Office 365 erforderlich sind.
  • Erstellen und starten Sie den Cutover-Migrationsbatch. Der Batch umfasst alle Postfächer und erfordert, dass der Migrationsendpunkt im Voraus konfiguriert wird. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die eigentliche Migration stattfindet. Nach Abschluss der Datenübertragung ist es sinnvoll zu überprüfen, ob alles gut gelaufen ist. Sie müssen den Benutzern auch Lizenzen zuweisen.
  • Zwecks Bereinigung nach der Migration stellen Sie den MX-Eintrag Ihrer Domain so ein, dass er auf Office 365 zeigt. Nach dem Ablauf der TTL werden E-Mails direkt an Office 365 weitergeleitet. Sie können Ihren Migrationsbatch löschen und die lokalen Server außer Betrieb nehmen.

Die Migration ist weniger gruselig, wenn man die Aufgabenliste vor Augen hat. Denken Sie jedoch daran, dass die gesamte Aufgabe viel Arbeit und Zeit erfordert. Es kann auch einige Schritte enthalten, die oben nicht aufgeführt wurden. Es ist am besten, das Thema vor der Migration gründlich zu recherchieren.

Exchange 2010 und Office 365 – Hybridbereitstellung

Die Hybridbereitstellung ist mehr als eine Art Migration. Es ist ein moderner Ansatz für die Staged-Migration, die für Exchange 2003 und 2007 verfügbar ist. Ein Hybrid aus Exchange 2010 und Office 365 ist eine Umgebung, in der lokaler Exchange und Exchange Online koexistieren. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn viele Daten zu migrieren sind und der Prozess viel Zeit in Anspruch nimmt. Hybrid ist die einzige native Methode für die Migration von über 2000 Postfächern. In der Tat wird der Hybrid für die Migration von 150 und mehr Postfächern empfohlen.

Es gibt Organisationen, die die Hybridbereitstellung nicht als Zwischenstufe verwenden, sondern als endgültige Umgebung, wo die Benutzer je nach Bedarf sowohl auf lokale als auch auf Onlineumgebungen verteilt werden.

Die Hybridumgebung wird mithilfe eines dedizierten Hybridkonfigurations-Assistenten (HCW) erstellt. In diesem Artikel finden Sie eine schrittweise Anleitung zur Verwendung von HCW und zur Behebung von Problemen im Zusammenhang mit der Bereitstellung einer Hybridumgebung.

Migration über PST

Die letzte native Migration verwendet den Office 365 PST-Importdienst. Die allgemeine Idee besteht darin, Exchange 2010-Postfächer in PST-Dateien zu exportieren und sie dann in die Office 365-Organisation hochzuladen. Für diese Methode muss ein Administrator einige manuelle Arbeiten ausführen. Dies umfasst das Erstellen einer Office 365-Umgebung praktisch von Grund auf neu.

Das Exportieren aller Postfächer nach PST erfolgt am besten mit PowerShell und New-MailboxExportRequest. In diesem Artikel finden Sie vollständige Anweisungen zum Exportieren mehrerer Postfächer nach PST. Die PST-Dateien müssen sich in einem freigegebenen Postfach oder auf einem Dateiserver befinden. Von diesem Speicherort aus müssen Sie sie in den Azure-Speicherort hochladen und eine CSV-Mappingdatei erstellen. Der PST-Importdienst importiert mithilfe der Mappingdatei die PST-Dateien in die richtigen Benutzerpostfächer.

Microsoft bietet auch die Möglichkeit, physische Laufwerke an sie zu senden. Dazu müssen Sie PST-Dateien in physische Speicher kopieren und an Microsoft senden. Die Kosten für diesen Service betragen 2 USD pro GB Daten.

Native Einschränkungen

Jede der oben genannten systemeigenen Methoden für die Migration von Exchange 2010 nach Office 365 weist einige Nachteile auf. Die Cutover-Migration ist eine Alles-oder-Nichts-Lösung und wird nicht für mehr als 150 Postfächer empfohlen. Sie lässt ebenfalls die Koexistenz von Exchange 2010 und Office 365 nicht zu. Die Hybrid-Konfiguration nimmt viel Zeit in Anspruch, und es ist wahrscheinlich, dass dieser Pfad sich als ziemlich hügelig erweist. Und zum Office 365-Importdienst, weiß ich eigentlich nicht, wo ich anfangen soll. PST-Dateien sind… archaisch. Die PST-Migration erfolgt weder automatisch noch schnell oder zuverlässig. Dies ist nur dann eine gute Option, wenn Sie nicht viele Daten zu verschieben haben und es Ihnen nichts ausmacht, Ihre Exchange 2010-Umgebung in Office 365 von Grund auf neu zu erstellen.

Es gibt auch native Einschränkungen, die für alle oben aufgeführten Lösungen gelten:

  • In vielen Schritten der Migration müssen Sie PowerShell verwenden. Obwohl es sehr wertvoll ist, zu wissen, wie man diese leistungsstarke Skriptsprache verwendet, wird hier eine bestimmte Kenntnisstufe benötigt. Das Lernen während dieses komplexen Prozesses kann für Sie stressig und für die (Server-) Umgebung schädlich sein.
  • Für eine optimale Migrationserfahrung müssen Sie Ihre Server auf die neueste Version aktualisieren. Es wird empfohlen, Exchange 2010 auf SP3 zu bringen. Wenn Sie Ihre Maschinen nicht aktualisiert haben, bereiten Sie sich auf einige Wartungsarbeiten vor.
  • Ausfallzeiten sind unvermeidbar, insbesondere wenn Sie öffentliche Ordner migrieren möchten. Sie müssen alles sorgfältig planen, vor allem wenn die Ressourcen auf Ihren Servern rund um die Uhr genutzt werden.
  • Filterung ist nicht verfügbar. Weder bei Cutover- noch bei Hybrid-Migration können Sie Elemente filtern, die nach Office 365 verschoben werden.

Die Einschränkungen nativer Lösungen veranlassen viele Unternehmen dazu, sich an Migration-Tools von Drittanbietern zu wenden.

Migration von Exchange 2010 zu Office 365 – der einfache Weg

Die einfache Migration von Exchange 2010-Postfächern nach Office 365 erfolgt mithilfe eines Office 365-Migrationstools:

Das im Video vorgestellte Migrationstool ist CodeTwo Office 365 Migration. Diese Software ändert den Migrationsprozess vom Albtraum zu einer einfachen und automatischen Erfahrung und aktiviert einige Funktionen, die in den nativen Szenarien nicht verfügbar sind. Im Folgenden sind einige der wichtigsten Funktionen von CodeTwo Office 365 Migration gelistet:

  • Automatische Konfiguration – Die Software bietet eine Checkliste der Migrationsanforderungen und Konfigurationsaufgaben und erledigt die meisten Aufgaben für den Administrator. Beispielsweise erstellt CodeTwo Office 365 Migration automatisch Benutzer in Office 365 und weist dem Benutzer, der die Migration durchführt, die erforderlichen Verwaltungsrollen zu.
  • Planung – Sie können Ihre Migrationsjobs konfigurieren und so planen, dass sie in ausgewählten Zeitrahmen ausgeführt werden, und diese vergessen. Das Programm kann Ihnen automatisch Migrationsberichte senden, damit Sie Bescheid wissen, wie der Übergang verläuft und wann er abgeschlossen ist.
  • Erweiterte Filteroptionen – Sie können ausgewählte Benutzergruppen migrieren oder festlegen, dass nur einige ihrer Elemente basierend auf dem Zeit- und Ordnerfilter migriert werden sollen. Auf diese Weise können Sie beispielsweise nur die neuesten E-Mails und Kalender migrieren, zu Office 365 wechseln und dann die älteren Elemente in die Cloud verschieben.
  • Keine Ausfallzeiten – Die Migration kann im Hintergrund ausgeführt werden, ohne dass sich dies auf die Benutzer auswirkt. Außerdem müssen Sie Ihre Server vor der Migration nicht auf die neuesten Versionen aktualisieren.

Die vollständige Liste der Funktionen finden Sie auf der Hauptseite von CodeTwo Office 365 Migration.

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